Auch wenn ich weder Twitter noch Facebook wirklich schätze, möchte ich auf ein Projekt hinweisen, das ERF Online zusammen mit evangelisch.de durchführt: ostergaffer.de - die ersten Twitter-Passionsspiele im Netz.
Insgesamt sechs Personen aus der Zeit um 30 n. Chr. erzählen bei diesem Online-Theater die Ostergeschichte aus eigener Sicht – über ihren persönlichen Twitteraccount. So ergibt sich ein zeitgenössisches Stimmengewirr aus verschiedenen Blickwinkeln und sozialen Ständen. Die Tweets werden auf Facebook integriert und können dort gesammelt und in chronologischer Reihenfolge eingesehen werden. Internetnutzer können sich über www.ostergaffer.de bei Facebook oder über twitter.com/ostergaffer bei Twitter einklinken und die Geschehnisse live verfolgen.
Ich werde das Ganze ja verpassen , da ich sowohl Twitter als auch Facebook verlassen habe – aber wer auch immer von Euch da registriert ist: Schaut Euch die Sache doch mal an!
Auf den 3. Marburger Studientag “Gesellschaftstransformation” hatte ich ja schon hingewiesen. Zur Einstimmung darauf hier ein kurzes Video, das (zumindest ansatzweise) erklärt, was eine sog. “missionale Gemeinde” ausmacht.
Kennt Ihr noch “Das Märchen Vom Fischer und seiner Frau“? Ich sag’ nur: ”Manntje Manntje, Timpe Te, Buttje Buttje in der See…” (Falls es bei Euch nicht klingelt: hier könnt Ihr das Märchen nachlesen.)
Darauf gekommen bin ich durch Thomas Weißenborns Buch “Christsein in der Konsumgesellschaft“. Darin geht es z.B. darum, Verzicht wieder neu zu lernen, nach dem Motto: “Das Wenige macht glücklich, das Viele dagegen nicht”. Dann heißt es:
“Diese Wahrheit prägt ein Märchen, das in der Konsumgesellschaft zum Standardrepertoire an Schulen gehören sollte: das Märchen vom Fischer und seiner Frau. Während der Fischer in seiner Armut glücklich ist, weil er genug zum Leben hat, möchte seine Frau immer mehr. Bezeichnend ist allerdings, dass sie in ihrem Weg nach oben keine Grenze kennt. [...]
Die Geschichte endet offen: Als die Frau wie Gott sein will, sitzt sie wieder in ihrer armseligen Hütte – wobei unbestimmt bleibt, ob es sich dabei um eine Konsequenz aus ihrem jedes Maß sprengenden Hochmutes handelt oder der Wunsch gerade in Erfüllung ging. Schließlich kam Gott in einem Stall zur Welt und star in äußerster Armut am Kreuz. Reichtum ist also nicht der Weg zu Gott.”
(Thomas Weißenborn (2010). Christsein in der Konsumgesellschaft. Marburg: Francke. (S. 80))
Ich bin ganz sicher, das Märchen in der Schule gelesen zu haben, aber die Botschaft desselbigen war mir völlig entfallen. Bemerkenswert finde ich auch die Wendung am Schluss – eben das Ende in der armseligen Hütte.
Ich glaube, früher habe ich das immer als Strafe für den Hochmut gewertet, aber vielleicht kann man es ja wirklich als Erfüllung des Wunsches ansehen? Gott ist ja schließlich gnädig. Nur wird sich die Frau die Erfüllung wohl kaum so vorgestellt haben.
Ähnlich wie wir heute, finde ich. Oder stellen wir uns (gerne) vor, dass Gott in Dreck und Elend und Armut zu finden ist?
Das respect-Magazin bringt in seiner aktuellen Ausgabe einen Beitrag von mir mit dem Titel “Wahrheit lauert überall”. Darin geht es im Wesentlichen um das, was auch Inhalt dieses Blogs ist: Wo vermittelt unsere Kultur außerhalb der sog. “christlichen Szene” Wahrheit?
Hab’ mich gefreut, dass respect eine Leseprobe davon veröffentlicht hat. Wen’s interessiert: Hier findet Ihr sie! (Und wer das Magazin bestellen will, kann das hier tun.)
Mein Kölsch ist nicht ganz so gut, aber wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Aussage des Liedes doch so ungefähr:
“Egal, ob es Dir gerade super geht oder ob Du am Boden liegst – es lohnt sich immer, “Halleluja” zu singen” (Sprich: Sich Gott zuzuwenden, wie ich noch ergänzen würde).
Gar keine so schlechte Aussage für einen Karnevalssong, oder?
Tell the truth, have you ever found God in church? I never did. I just found a bunch of folks hoping for [God] to show. Any God I ever felt in church I brought in with me. And I think all the other folks did too. They come to church to share God, not find God. (Alice Walker, ”The Color Purple”)
Was haltet Ihr von dem Zitat? (Also, bedenkt man, dass es aus einem Roman und nicht aus einem theologischen Lehrbuch stammt… )
Am 16. März 2010 findet in der Evangeliumshalle Marburg der 3. Marburger Studientag Gesellschaftstransformation zum Thema “Die Welt verändern. Die Wiederentdeckung des diakonischen Auftrags für die Gemeinde” statt. Die Hauptreferenten sind Prof. Dr. Eberhard Hahn und Alan Roxburgh (GB).
Dazu gibt es jede Menge vertiefende und praxisnahe Seminare und es werden verschiedene Praxisprojekte aus dem Studienprogramm Gesellschaftstransformation präsentiert.
Mehr Infos gibt es im Flyer (pdf-Datei) unter gesellschaftstransformation.de. Dort kann man sich auch online für den Tag anmelden.
Das von mir so geschätzte Printmagazin FROH! führt gerade eine Kampagne zur Eroberung der Stille durch. Aus dem aktuellen Heft (mit dem Titel “Stille”) kann man einen Sticker ausschneiden und an einen Ort kleben, an dem man jeden Tag vorbeikommt – z.B. auf einen Zigarettenautomaten oder eine Ampel.
Wenn du den Sticker das nächste Mal siehst, schaltest du einen Moment runter und schenkst dir einen Moment Stille. Keiner sonst merkt etwas – es ist ein kleines Geheimnis zwischen dir und der Stadt. (frohmagazin.de)
Sehr schöne Idee, finde ich. Weil gerade Jahr der Stille ist, denke ich eh viel über das Thema nach – und über die Tatsache, dass mir Stille auf diesem Planeten eigentlich ganz schön fehlt! Mal sehen, wo ich meinen Sticker hinpappe… Vielleicht gibt’s ja dann bei flickr demnächst auch ein Bild von meinem Sticker – Obacht!
Ilona Mahel. * 1976 (Kevelaer). Online-Redakteurin. Freiberufliche Übersetzerin. Mag Musik (aktiv & passiv), Sprachen & Dialekte, frische Luft, Kino, Nordsee (Meer, nicht Restaurant ;-) ), Rotwein, Fußball, Katzen, Schreiben & Lesen und noch viel, viel mehr... ;-)
"How can we sing the Lord's song
in a strange land?"
(Psalm 137, 4)
Was das alles soll...
Wie können zum Beispiel Filme, Bücher, CDs & Co. dazu inspirieren, sich mit Gott auseinanderzusetzen? Wo ist die Schnittstelle zwischen Gott und Kultur / Gesellschaft? Kulturgut sucht Spuren von Gott in (vermeintlich) säkularer Kultur.